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Tauchgang in der Radegast Bachmuscheln im Visier

Experten auf der Suche nach Jungtieren / Fortpflanzung eher ein Zufall

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Benzin / Vitense Die Radegast als Klarwasserfluss bietet unzähligen Lebewesen eine Heimstätte. Ein Taucherteam sah sich auf dem Grund der Radegast um - im Visier hatten die Forscher Unio crassus, zu deutsch: die Bachmuschel.

Rein in den Taucheranzug, Brille und Schnorchel übergestülpt und ab in die Tiefen der Radegast. Dr. Michael Zettler vom Rostocker Institut für Ostseeforschung und der Ludwigsluster Lehrer Uwe Jueg kennen jene Stellen der Radegast zwischen Benzin und Vitense, wo sich das Vorkommen der Bachmuschel nachweisen lässt. Mit Freude verfolgt Rehnas Umweltausschussvorsitzender Torsten Richter das Geschehen. Erhält er doch aus erster Hand Informationen über die Qualität der Radegast vor der Haustür der Stadt Rehna.

Die kleine elliptisch oder kurz-eiförmige Muschel ist ein Indikator für gute Wasserqualität. "Wir führen im Auftrag des Umweltministeriums Langzeitbeobachtungen durch. Deutschlandweit gibt es noch zirka eine Million Bachmuscheln, allein in Mecklenburg-Vorpommern wird der Bestand auf 500000 geschätzt", sagt Jueg. Allerdings konnte bislang nur an 14 Standorten nachgewiesen werden, dass sich diese Muschelart weiter vermehrt. Sie ist vom Aussterben bedroht - europaweit ist dies zu 90 Prozent Realität. Mittlerweile gehört sie zu jenen Arten, die unter die so genannte Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH) der EU fällt.

Warum Muscheln im allgemeinen etwas Besonderes sind, ist für die Experten schnell erklärt. Bachmuscheln sind Filtrierer, sie reinigen das Wasser in den Flussläufen.

Trotz Klärwerk und mittlerweile hohem Reinheitsgrad der Radegast konnte sich diese Art allerdings nicht vom Schmutzwassereintrag vergangener Jahrzehnte erholen. "Hohe Nitratbelastungen verträgt diese Art im Gegensatz zur Flussmuschel nicht", sagt Michael Zettler. Dennoch, in der Radegast besteht die Chance, dass sich die Bachmuschel vermehrt, auch wenn die Wahrscheinlichkeit nur bei 0,1 Prozent liege, so Zettler und Jueg.

Mit strengen Reglementierungen müssen die Landwirte aufgrund der Untersuchungen nicht rechnen. Die Landwirte wissen, was umweltgerechtes Wirtschaften bedeute. Dazu zähle die Rücksichtnahme beim Ausbringen von Gülle und das Fernhalten der Viehbestände vom Ufer.

Seit 1996 untersuchen Michael Zettler und Uwe Jueg die Radegast. Vor zwei Jahren entdeckten sie erstmals Jungtierbestände der Bachmuschel in einem Kolk bei Benzin. Weitere Untersuchungen fanden am Wochenende in der Radegast bei Vitense sowie in der Löcknitz im Ludwigsluster Bereich statt. Alle Bäche im Land, in denen der Bestand der Bachmuschel bekannt ist, werden alle sechs Jahre untersucht.

Volker Bohlmann
aus SVZ vom 16.07.2004

Hintergrund
Die Bachmuschel gehört zu den Großmuscheln. Ihre Fortpflanzung ist äußerst kompliziert und von Zufällen begleitet: Die männlichen Muscheln geben ihre Spermien ab, diese müssen beim Weibchen einstrudeln. Es beginnt die Entwicklung der Larven, die sich im Wasser frei bewegen. In einer bestimmten Zeit müssen diese nun auf einen Fisch treffen, um dort als Parasit an Flossen und Kiemen zu leben. Sonst sterben sie ab. Als zwei bis vier Millimeter große Jungmuscheln fallen sie später vom so genannten Wirt ab. Nur wenn der Fisch die Muschel an einen Ort bringt, wo gute Bedingen vorherrschen, kann sich die Bachmuschel entwickeln. Von 1000 Tieren kommt eine Muschel durch.



Link:   http://www.svz.de/newsmv/lr/gad/index.html
Datum:   26. Juli 2004
Sort Nummer:   2
 
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