StartseiteKontaktSitemapDruckversion
Erweiterte Suche   
REHNA.DE
Startseite Donnerstag, 25. Mai  
Aktuell
aktuelles Wetter

mehr
Grünschnittannahme im Amtsbereich Rehna
Fragen und Antworten rund um die Grünschnittannahme im Amtsbereich Rehna
mehr
Übersicht der neuen Straßennamen in der Gemeinde Königsfeld

mehr

Wahlen

Startseite

Verwaltungswegweiser

Amt Rehna

Stadt Rehna

Gemeinden

Veranstaltungen

Vereine

Wirtschaft

Tourismus

Europa

Umwelt/ Natur

LEADER

Kontakt

Bauleitplanung

Ausschreibungen

Startseite ListeAktuell Archiv

Amt Rehna prüft Wechsel zum Grevesmühlener Wasserversorger

Die Rehnaer Gemeinden wollen dem Zweckverband Radegast den Rücken kehren. Das Amt Rehna hat von den Bürgermeistern den Auftrag erhalten, die Möglichkeiten eines Wechsels zu prüfen.

Den Sprung ans rettende Ufer proben derzeit 16 Bürgermeister der insgesamt 17 Rehnaer Amtsgemeinden. Mit dem Vorhaben, sich vom Zweckverband Radegast zu verabschieden und dem Grevesmühlener Wasserversorger beizutreten, wollen die Gemeinden vor allem die Gebühren senken. Denn neben einem rundum gesundem Verband locken beim Grevesmühlener Anbieter vor allem die deutlich besseren Konditionen. Doch das Vorhaben gestaltet sich selbst in dieser Anfangsphase nicht eben einfach.

"Die Priorität der Bürgermeister bestand in einer Fusion der Zweckverbände Radegast und Grevesmühlen, um Gebühren und Beiträge zu senken. Weil diese nicht zustande kam, wurde ich beauftragt, einen Austritt zu prüfen", bestätigt Amtsleiter Dirk Gros. Gespräche in dieser Richtung sollen schon seit 1998 geführt worden sein. Bis Mitte März will der Verwaltungschef den Bürgermeistern eine verbindliche Aussage geben. Dazu muss er mit seinen Mitarbeitern alle gesetzlichen Voraussetzungen studieren. "Außerdem brauchen wir eine offizielle Bestätigung des Zweckverbandes Grevesmühlen, ob er die Trinkwasserversorgung und die Abwasserbeseitigung im Amtsgebiet übernimmt und zu welchen Konditionen", erklärt Gros.

Denn im Falle eines Falles kommen auf den Verwaltungshaushalt nicht nur die Kosten eines Prüfungsverfahrens zu, für das höchstwahrscheinlich ein externer Wirtschaftsprüfer beauftragt werden muss. "Alle Kosten der Auseinandersetzung tragen die austrittswilligen kommunalen Körperschaften", heißt es in einem Erlass des Innenministeriums. Und dazu gehören neben materiellen Werten wie Anlagen und Gebäuden auch immaterielle wie Verbindlichkeiten, Verträge, Versicherungen bis hin zu personellen Auseinandersetzungen.

Und nicht zuletzt kommt damit auch die ungeliebte Gasumlage wieder auf den Tisch, die gerade durch Konzessionsverträge mit dem Zweckverband Radegast geregelt schien. "Das Anliegen traf uns unvorbereitet", bestätigt Verbandschefin Ute Hennings. "Wir prüfen jetzt die eventuellen Folgen für unser gemeinsam erarbeitetes Konsolidierungskonzept. Kosten zu Lasten der Gebührenzahler kommen nicht in Frage. Wenn Gemeindevertretungen aus dem Rehnaer Amtsbereich die Sachlage aus Sicht des Zweckverbandes hören wollen, bin ich gerne zu Erklärungen bereit", bietet Hennings Unterstützung an.

Denn erst wenn jede Gemeindevertretung einen Austrittsbeschluss gefasst hat, wird dieser Verwaltungsakt auch wirklich ins Rollen gebracht. "Wir rechnen durch den Austritt mit geringfügigen Kosten und denken, dass schon in wenigen Jahren dass niedrigere Gebührenaufkommen des Grevesmühlener Verbandes auch bei uns zum Tragen kommt", begründet Karl-Heinz Ollrogge, der Carlower Bürgermeister, diesen Schritt.

In der Kreisstadt betrachtet man die Ambitionen der derzeitigen Mitglieder des Zweckverbandes Radegast mit einem Schmunzeln. "Jahrelang haben wir alles versucht, um die Fusion umzusetzen", so Eckhard Bomball, Chef des Zweckverbandes Grevesmühlen. Das es jetzt so kommen soll, bestätige nur, dass die Bestrebungen der vergangenen Jahre richtig waren. Auf jeden Fall werde man die Gemeinden aufnehmen, erklärte Bomball gestern gegenüber den Lübecker Nachrichten. "Von unserer Seite aus ist das kein Problem."

Das wohl gerade nicht. Die größten Hürden liegen wohl eher in der Satzung des Radegaster Zweckverbandes. Doch das müssten laut Bomball die Gemeinden mit ihrem jetzigen Verband klären. Die große Frage bei der Übernahmen ist jedoch nach wie vor die der künftigen finanziellen Belastungen. Wie der Grevesmühlener Verbandschef gestern klarstellte, werde es bei einer Übernahme rund fünf Jahre dauern, bis die günstigeren Grevesmühlener Tarife für Wasser und Abwasser auch für die neuen Mitglieder gelten würden. "Denn eines steht fest, wir können unsere jetzigen Mitglieder nicht finanziell damit belasten." Bedeutet: Bei einer eventuellen Übernahme der 16 Gemeinden würde es im Zweckverband Grevesmühlen für einen bestimmten Zeitraum eine Zwei-Klassen-Gesellschaft geben.

Interessant wird es morgen Abend. Um 19 Uhr findet im Holdorfer Gemeindehaus die erste Verbandsversammlung des Zweckverbandes Radegast statt. Die Tagesordnung dürfte um einen entscheidenen Punkt erweitert werden: Die Abwanderung der Gemeinden zum Grevesmühlener Verband.

Von Iris Weiss und Michael Prochnow, LN
aus Lübecker Nachrichten vom 24.02.2004



Link:   http://www.luebecker-nachrichten.de/news/regional/nordwest-mecklenburg.htm
Datum:   24. Februar 2004
Sort Nummer:   3
 
zurückzurück nach obennach oben
ImpressumListe© MVweb, 2003