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Bülower laufen Sturm gegen Biogas-Anlage

Sie fürchten Gestank, Lärm und den Wertverlust ihrer Häuser

Bülow/Demern (Michael Schmidt) • Eine geplante Biogas-Anlage im XXL-Format bringt die Volksseele zum Kochen. Einwohner von Bülow lehnen das Projekt ab. Sie fürchten Lärm, Gestank und den Wertverlust ihrer Grundstücke. Verhindern können dies ihre Gemeindevertreter. Ein Bürgermeister als Investor, etliche Dorfbewohner als Leidtragende – dieses Szenario droht in Bülow. Denn nur 250Meter vom Ort entfernt soll eine der größten Biogas-Anlagen der Region entstehen. Und das stinkt Einwohnern zum Himmel. Was die Volksseele zum Kochen bringt: Tonnenweise soll trockener Geflügelkot aus den Niederlanden herangekarrt werden, damit die Biogasanlage konstant betrieben werden kann. Die Kot-Karawane wird sich dabei möglicherweise durch Rehna schlängeln. Weitere Laster werden von Blieschendorf aus über Wedendorf und Köchelstorf anrollen, um Maissilage zur geplanten Biogas-Anlage zu bringen. All dies können die Gemeindevertreter von Königsfeld verhindern, so lange sie keiner Änderung eines Flächennutzungslanes zustimmen. Denn die Planungshoheit liegt nach wie vor in ihren Händen.

Bürgermeister steht
vor einem Dilemma

Investor des geplanten Projektes ist der Unternehmer und Bürgermeister der Gemeinde Königsfeld, Klaus Babbe. Er war auf einer Gemeindevertretersitzung sichtlich bemüht, die erhitzten Gemüter zu beruhigen: „Es wird keine Geruchsbelästigung geben“, warb Babbe für die Investition und lädt Einwohner auch zur Besichtigung einer ähnlichen Biogas-Anlage ein.

Fast 40 Einwohner von Bülow waren an dem Abend nach Demern geeilt, um im dortigen Dorfgemeinschaftshaus zu protestieren. Dort sollten Gemeindevertreter ursprünglich einen Beschluss über die Aufstellung eines B-Planes fassen. Babbes Stellvertreter Ernst Adam zog die Notbremse. Plötzlich sprach er nur noch von einer Informationsveranstaltung – ohne Beschlussfassung.

Bei Sitzungsbesuchern löste diese Wendung Schmunzeln aus: „Wenn wir heute nicht hier gewesen wären, wäre es zur Abstimmung gekommen“, meinte ein Bülower.

Drastische Worte fand Siegfried Bauer. Er warnte vor einem drohenden Gülle-Tourismus. Denn für die Bewirtschaftung der Anlage werden nach Angaben eines Ingenieurbüros neben den 5200 Tonnen Geflügelkot auch 2200Tonnen Rindergülle benötigt. Hinzu kommen jährlich etwa 14000Tonnen Maissilage und 365Tonnen Getreideschrot.

Angesichts dieser Zahlen und dem drohenden Lasterverkehr meinte die Demerner Gemeindevertreterin Yvonne Wulf: „Wenn man sich die Gesamt-Energiebilanz anschaut, ist das ökologisch gesehen Wahnsinn.“ Einwohner Wolf Markwardt warnte: „Das wird eine ,Bomberanlage’ und hat nichts mehr mit Landwirtschaft zu tun. Man kan jetzt schon sagen: Die Anwohner sind dagegen. Die Einsprüche werden kommen.“Bürgermeister – oder besser formuliert – Investor Klaus Babbe steht nach der Sitzung in Demern vor einem Dilemma. Hält er an dem Projekt fest, agiert er gegen die Interessen der Einwohner. Auswirkungen würde das Vorhaben auch für Rehnaer haben. Denn in unmittelbarer Nähe des Ortseingangs würde ihnen ein Heizkraftwerk vor die Nase gesetzt. Von dort aus sollen die Schule sowie Wohnnblöcke mit Wärme versorgt werden.

Welche Rolle das Amt Rehna in diesem Biogas-Projekt-Projekt spielt, wird derweil immer undurchsichtiger. Es würde inzwischen Gefahr laufen, die Interessen eines Investors über die von Einwohnern zu stellen, meinte ein Sitzungsbesucher. Hintergrund: Bereits in Rehna hatte es Pläne für den Bau der Biogas-Anlage gegeben. Stadtvertreter kritisierten damals, dass ihnen wichtige Informationen vorenthalten wurden (wir berichteten).

aus SVZ vom 21.06.2007



Link:   http://www.svz.de/newsmv/lr/gad/index.html
Datum:   21. Juni 2007
Sort Nummer:   1
 
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