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Heftige Diskussion um Biogasanlage

Rehna: Abgeordnete kritisieren Geheimniskrämerei des Amtes

Rehna (Von Volker Bohlmann) • Das Projekt Biogasanlage Rehna entpuppt sich als geheimes Vorhaben. Auf der Umweltausschuss-Sitzung am Montagabend tauchten Planungspapiere auf. Stadtvertreter ärgern sich, dass ihnen diese Informationen vorenthalten wurden. „Niemand hat etwas gegen Biogas, aber die Art und Weise, wie Verantwortliche dieses Projekt anpacken, gibt zu denken“, sagt der Umweltausschussvorsitzende Torsten Richter. Seit Monaten befassen sich die SB Biogas GmbH i.G. Bülow und das Architekturbüro Bürger Schwerin mit einer Standortsuche für eine Produktionsstätte alternativer Energien.

Unterlagen tauchten kurz vor der Sitzung auf

Als potenzieller Standort kommen laut Planer Ackerflächen zwischen dem Benziner Weg und der Straße nach Köchelstorf in Frage (wir berichteten). Offizielle Informationen wären hilfreich gewesen, betont Richter. Das Gegenteil sei aber der Fall: „Keine Auskünfte trotz Anfrage. Selbst der Bürgermeister sieht keinen Handlungsbedarf. Erst wenige Stunden vor unserer Sitzung (am 29. Januar) tauchten Unterlagen mit Entwürfen zur ,3.Änderung des Flächennutzungsplanes und der Erstellung eine Bebauungsplanes – Eingangsdatum 21. November 2006 – auf“, kritisiert Richter. Typisch meint Stadtvertreter Heinrich Teegen: „Erst wird geplant und später informiert.“

Jetzt herrscht Aufregung im Amt. Verwaltungschef Dirk Gros: „Ich kann mir nicht vorstellen, warum es keine Infos gab und dies passiert ist. Wir prüfen den Fall. Generell gilt: Die Stadt hat die Entscheidungshoheit.“ Auch Bauamtsleiter Hans-Martin Buschhart hält die Kritik für „nicht ganz unberechtigt“:„Das zuständige Ingenieurbüro hat dem Bürgermeister die Unterlagen zugearbeitet. Ob diese dort liegen geblieben sind, ist gut möglich. Uns erreichte nur eine Kopie.“ Buschhart stellte klar: „Wir halten nicht mit Informationen hinter dem Berg. Wer sich informieren will, kann zu uns ins Bauamt kommen.“

Aus Sicht des Umweltausschusses besteht aber dringender Handlungsbedarf, über das „Sondergebiet Biogasanlage“ öffentlich zu diskutierten. „Die Standortfrage ist zu klären“, sagt Richter. Zumal mit gravierenden Einschnitten gerechnet werden muss, denn das Areal liegt im Landschaftsschutzgebiet (LSG) sowie in direkter Nachbarschaft zum Radegasttal und 500 Meter südlich der Schule.

Naherholungsgebiet beeinträchtigt

Den Stand der Vorplanungen präsentierte am Montagabend Architekt Wolfgang Bürger den nach Antworten suchenden Stadtvertretern: „Die Vorprüfung dreier Standorte ist erfolgt. Aus verkehrstechnischer Sicht sowie möglicher Geruchsbelästigung, scheint die Fläche am Benziner Weg sehr geeignet.“ Im Detail: Der Investor benötigt 2,6 Hektar Bauland zur großflächigen Versiegelung, um drei Behälter mit 1000 bis 3000 Kubikmetern Füllmenge als so genannte Nachgärer bzw. Endlager aufzustellen. Nicht zu vergessen: Maschinenräume und Silageflächen (17000 Quadratmeter). Der höchste Gebäudepunkt beträgt zehn Meter.

Jeden Tag sind 35 Laster unterwegs

In der Anlage erfolgt vorwiegend die Vergärung von angebauten Maispflanzen aus dem Gebiet Blieschendorf, Wotenitz. Das Ziel: Die Verstromung des gewonnenen Methangases. Nutzer der Abwärme könnten die Schule (Vertrag mit Schulverband unterschrieben) und die Wohnblöcke Holmer Straße sein. Die Folge: In der Erntezeit sind täglich 700 Tonnen Grünschnitt – circa 35Lkw-Fahrten pro Tag – zur Anlage zu transportieren. Gleiches trifft für das Ausbringen der Gärreste zu.

„Ich betone: Der Bau der Biogasanlage ist nur mit der Änderung des Flächennutzungsplanes möglich. Die Entscheidung liegt bei der Stadt. Das notwendige Verfahren ist nicht mit einer Baugenehmigung gleichzusetzen“, so Fachmann Bürger.

Dennoch: Rehnaer wie Thomas Lange halten diese Art von Energiegewinnung „für teuer erkauft“. Das Argument: Der Anbau und die Fahrlogistik verbrauchen viel Energie in Form von Kraftstoffen. Volkswirtschaftlich betrachtet dürfte damit die industrielle Gewinnung von Biogas eher ein Minusgeschäft sein. Mittlerweile interessiert sich die Naturschutzorganisation BUND Schwerin für das Vorhaben.

aus SVZ vom 31.01.2007



Link:   http://www.svz.de/newsmv/lr/gad/index.html
Datum:   31. Januar 2007
Sort Nummer:   1
 
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