StartseiteKontaktSitemapDruckversion
Erweiterte Suche   
REHNA.DE
Startseite Dienstag, 24. Oktober  
Aktuell
Die Stadt Rehna mit neuem Internetauftritt...

mehr
aktuelles Wetter

mehr
Grünschnittannahme im Amtsbereich Rehna
Fragen und Antworten rund um die Grünschnittannahme im Amtsbereich Rehna
mehr
Übersicht der neuen Straßennamen in der Gemeinde Königsfeld

mehr

Wahlen

Startseite

Verwaltungswegweiser

Amt Rehna

Stadt Rehna

Gemeinden

Veranstaltungen

Vereine

Wirtschaft

Tourismus

Europa

Umwelt/ Natur

LEADER

Kontakt

Bauleitplanung

Ausschreibungen

Startseite ListeAktuell Archiv

Die Entscheidung treffen die Bürger

Gemeinde Wedendorf lässt über den Bau von 15 Windkraftanlagen abstimmen

Wedendorf • Rund eine Stunde wurde in Wedendorf am Freitagabend bei der Gemeindevertretersitzung über das Errichten neuer Windkraftanlagen diskutiert. Alle Einwohner waren eingeladen, sich über die Pläne der MBBF Windparkplanung aus Moltenow bei Satow zu informieren.

Im Gespräch ist der Bau von fünf Windkraftanlagen bei Kasendorf – je 150 Meter hoch bis zur höchsten Rotorspitze mit einer Leistung von jeweils zwei Megawatt (wir berichteten).

Die Firmenmitarbeiter Ute Weinreich und Hans-Joachim Kalliske stellten diese Pläne vor und verwiesen bei technischen Detailfragen wie Schattenwurf und Lärmbelästigung auf allgemeine gesetzliche Grundlagen. 35 Dezibel sind bei einem allgemeinen Wohngebiet zum Beispiel zulässig, doch ob es sich bei Kasendorf um ein allgemeines oder um ein Mischgebiet handelt, konnten die Mitarbeiter nicht sagen. Es gab keine handfesten Aussagen zu den tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort. Dagegen hatten sich die etwa fünfzig interessierten Einwohner zum Teil sehr gut vorbereitet. "In der bestehenden Regionalplanung sind raumbedeutende Anlagen nicht zugelassen - sind diese Windräder etwa nicht raumbedeutend?", fragte zum Beispiel Knut Faltenbacher vom Wedendorfer Schloss. "Erst wenn wir die Zustimmung der Gemeinde haben, wenden wir uns an die regionalen Planungs- und Genehmigungsbehörden, noch ist gar nichts entschieden", mussten die Mitarbeiter auch bei allen raumordnerischen Fragen passen.

Gute Grundlagen zur Genehmigung

Die Genehmigung dürfte nicht das große Problem werden. "Das Gebiet ist kein Naturschutzgebiet mehr und im Vorfeld wurde durch einen anderen Windenergieanbieter auch schon mal eine Vogelzählung durchgeführt. Vogelflug spielt eine untergeordnete Rolle", weiß Bürgermeister Dieter Schrader. Auf die Frage nach ermäßigten Strompreisen in Zeiten allgemeiner Preissteigerungen, konnten die MBBF-Mitarbeiter keine Versprechungen machen. "Wir speisen den Strom lediglich zu einem gesetzlich festgesetzten Preis ins öffentliche Stromnetz ein. Wir haben keinen Einfluss auf Energieversorger", informierte Kalliske.

Auf den Vorwurf, durch den Bau nur Subventionen mitzunehmen, reagierte er allerdings etwas allergisch. "Wir sind seit 1994 auf dem Markt und haben bisher 168 Windkraftanlagen gebaut. Hier fließen keine Subventionen, gefördert wird nur der eingespeiste Strompreis durch die gesetzlich festgeschriebene Abnahme" erklärte er. Doch bei den Einwohnern blieb die Angst, zukünftig auf eventuell stillgelegten Windriesen sitzenzubleiben.

Auch die versprochene Zahlung von 150000 Euro pro gebauter Anlage wurde diskutiert. "Wer offenen Auges durch den Ort spaziert, sieht, wo uns die Finanzen drücken", sieht Gemeindevertreter Steffen Korschen eine neue Straße in greifbare Nähe rücken.

"Dann ist das Geld aber auf einmal weg, längerfristig hilft uns das auch nicht weiter, aber wir bleiben dauerhaft auf allen Nachteilen sitzen", hieß ein Gegenargument aus den Reihen der geladenen Bürger. "Lieber mache ich mir die Füße auf dem Weg schmutzig, als diese Dinger vor der Nase stehen zu haben", ist auch der Kasendorfer Peter Schulze dagegen.

Bestechung soll ausgeschlossen werden

"Lieber ein hässliches Windrad als ein schönes Atomkraftwerk", machte Bürgermeister Schrader abschließend seine persönliche Meinung deutlich. "Schade, dass mehrheitlich die Windkraftgegner aus Kasendorf gekommen sind. Ich hätte mir mehr Wedendorfer und Argumente für die Windkraft gewünscht", sagte er, griff aber einen Vorschlag von Peter Schulze auf, die endgültige Entscheidung per Stimmzettel von allen Einwohnern der Gemeinde in Wedendorf, Kasendorf und Kirch Grambow treffen zu lassen. Rechtlich abklären lassen will Schrader den Aspekt der möglichen Bestechlichkeit. In eine Stiftung sollen die 750000 Euro fließen. "Ich weiß nur, dass in meinem Wohnort das gleiche Angebot von einem Windenergieunternehmen bestand und die Gemeinde dort jetzt wegen Bestechung vor Gericht steht", warf ein Einwohner ein, der in Wedendorf seinen Zweitwohnsitz unterhält.

von Iris Weiß
aus SVZ vom 16.01.2006



Link:   http://www.svz.de/newsmv/lr/gad/index.html
Datum:   16. Januar 2006
Sort Nummer:   1
 
zurückzurück nach obennach oben
ImpressumListe© MVweb, 2003