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Auf der A20 weist kein Schild auf Rehna hin: Klosterstadt will auf die blauen Tafeln

Autobahnen sind die Lebensadern von Wirtschaft und Tourismus. Wird ein Ort auf einem blauen Hinweisschild erwähnt, spart das viel Werbung.

Rehna findet sich auf dem neuen A 20-Abschnitt nicht wieder - Gadebusch schon. Doch die Klosterstadt Rehna kämpft um ihren Namen auf den Schildern. Sollte dafür der Name Gadebusch wegfallen, will dies die Radegaststadt auch nicht kampflos hinnehmen.

Rehna - Seit gut zwei Wochen rollt der Verkehr auf dem neu übergebenen Abschnitt der A 20 zwischen Schönberg und der A 1 bei Lübeck. Doch neben der Freude über die schnelle Verbindung nach Schleswig-Holstein haben sich bereits Resignation und Frust breit gemacht. Besonders Vertreter von Vereinen, Verbänden und Gastronomen aus der Kloster- und Handwerkerstadt Rehna sprechen von einem erneuten "Schilderstreich".

Der Hintergrund: Auf keiner Hinweistafel an den neuen Abfahrten findet sich der Name Rehna. Die Autobahnanschlussstelle Lüdersdorf ist so ausgeschildert: Der Geradeauspfeil verweist auf die nächste Abfahrt Schönberg. Direkt an der Abfahrt stehen nur die Namen Lüdersdorf und Carlow. Das sind die nächstgelegenen Orte an der A 20. Theoretisch wäre hier noch Platz für einen dritten Namen: Rehna.

Weiß auf blau kann man an der Abfahrt Schönberg (B 104) lediglich in dieser Reihenfolge die nächsten Ziele lesen: Schönberg, Schwerin und Gadebusch. Auch hier fehlt ein Verweis auf die Klosterstadt Rehna. Dass die Radegaststadt Gadebusch aufgeführt ist, ist nun der Stein des Anstoßes für die Rehnaer.

Denn bereits auf dem Abschnitt Grevesmühlen-Schönberg prangen vor der Abfahrt Schönberg nur die Namen Schönberg und Gadebusch auf den Schildern. Dies wurde von Fachleuten aus dem Schweriner Wirtschaftsministerium stets so begründet: Es müsse 1994 beim Planfeststellungsverfahren für die A 20 wegen der zeitgleichen Kreisgebietsreform zu Versäumnissen gekommen sein. Insider wollen gar wissen, dass sich Mitarbeiter der damaligen Kreisverwaltung Gadebusch für den Namen der Ex-Kreisstadt an den Autobahnabfahrten stark gemacht haben. Doch das ist Geschichte oder gar Legende.

Darum hofften die Rehnaer auf eine ihrer Meinung nach gerechte Ausschilderung am neuen A 20-Abschnitt. Zu der großen Schar der Enttäuschten gehört auch der Kreistagsabgeordnete Hans-Jürgen Joost (CDU) aus Blüssen. Er hatte sich bereits im Ausschuss für Wirtschaft des Kreistages für ein Rehna-Schild am Rand der viel befahrenen Betonpiste stark gemacht. Joost - sein Wahlbezirk umfasst auch das Amt Rehna - plädiert leidenschaftlich für einen Hinweis auf die Klosterstadt. Er sagt: "Immerhin haben das letzte Klosterfest über 10 000 Gäste aus ganz Norddeutschland besucht." Rehnas Bürgermeister Werner Schnee gibt sich diplomatisch. Er berichtet, dass die Amtsverwaltung in Sachen Beschilderung an der A 20 "seit Jahren am Ball ist". Sollte gar keine Möglichkeit bestehen, als Stadt noch auf die blauen Autobahnschilder zu kommen, müssten wenigstens Werbetafeln mit der Aufschrift "Kloster- und Handwerkerstadt Rehna" am Rande der Zubringerstraßen per Sondergenehmigung aufgestellt werden dürfen. Auch Hotelbetreiber Wolfgang Muuß ist enttäuscht und erbost. Er sagt: "Das ist ein Schlag gegen die Rehnaer Wirtschaft." Dem stimmte der Vorsitzende des Rehnaer Vereins für Handel und Gewerbe zu. Hanno Hoffmann sagt: "Das ist erneut ein typisches Beispiel dafür, wie Bürokraten die Entwicklung einer Region behindern. Es ist unbedingt erforderlich, dass lästige Vorschriften im Interesse der Wirtschaft geändert werden."

Während das Amt Rehna und die Straßenverkehrsbehörde des Landkreises beteuern, die Anträge aus Rehna weitergereicht zu haben, will man im Schweriner Wirtschaftsministerium diese Schreiben nicht kennen. Sprecher Gerd Lange sagt: "Da muss Rehna irgendwann durch den Rost gefallen sein." Lange räumt aber auch ein, dass es noch so genannte "Neuaufnahmen" von Ortsnamen auf Schildern gibt. Er sagt: "Purer Unmut reicht aber als Begründung dafür nicht aus. Denn Schilder an Abfahrten sind oft und lange lokale Streitpunkte." Damit spricht Lange den springenden Punkt an. Sollte der Name Rehna auf die Schilder kommen, dann müsste wahrscheinlich der Schriftzug Gadebusch entfallen. Denn vier Namen von Abfahrten sind nicht möglich. Ausnahmen sind unter anderem nur Hinweise zu Flughäfen.

In Gadebusch gibt man sich derzeit gelassen. Immerhin zählt die Stadt rund 6000 Einwohner, in Rehna leben nur knapp 3000 Menschen. Bürgermeister Ulrich Howest sagt: "Rehna ist ein ländlicher Zentralort, Gadebusch derzeit aber ein Unterzentrum. Deshalb ist die jetzige Ausschilderung völlig gerechtfertigt. Sollte es einmal anders kommen, muss die Stadt aber ihre Interessen wahrnehmen."


Von Gerhard Dietrich,
aus LN vom 30.12.2004



Link:   http://www.luebecker-nachrichten.de/news/regional/nordwest-mecklenburg.htm
Datum:   30. Dezember 2004
Sort Nummer:   2
 
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